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Kindliche Spielentwicklung
Die Entwicklung der Spielfähigkeit beginnt bereits im Säuglingsalter.
Mit fortschreitendem Alter werden die Spielformen dann immer komplexer, so dass man zwischen den unten aufgeführten Spielformen unterscheidet. Diese Spielformen sind nicht separat für sich zu sehen sondern bauen aufeinander auf und vermischen sich miteinander.


Das Funktionsspiel (überwiegend im Alter von 0-2 Jahren)
Das Funktionsspiel, auch sensomotorisches Spiel, ist die früheste Form des Spielens. Im Mittelpunkt seht die Bewegung. Das lustvolle Erproben der eigenen körperlichen Fähigkeiten führt zu einer bewussten Steuerung der Bewegungen (z.B. greifen, festhalten, ziehen usw.).

Der Säugling und das Kleinkind erproben aus Neugierde die Eigenschaften und Funktionen verschiedener Gegenstände und haben Freude daran, herauszufinden wie etwas funktioniert. Gleichzeitig erfährt das Kind, das es eine bestimmte Wirkung durch ein bestimmtes Verhalten/Ausprobieren hervorrufen kann und somit einen gewissen Einfluss auf seine unmittelbare Umwelt ausüben kann.

Darüber hinaus wird die Wahrnehmung des Kindes gefördert, in dem es durch sein spielerisches Entdecken fein-/grobmotorische, taktile, auditive, visuelle als auch sensomotorische Sinneseindrücke gewinnt.

    Merkmale von Funktionsspielen:
  • Es handelt sich hauptsächlich um Bewegungsspiele
  • Sie sind nicht von außen angeregt sondern geschehen spontan und um ihrer selbst willen
  • Sie bereiten dem Kind Vergnügen und durch Erfolgserlebnisse wird das Kind in seinem Tun bestätigt (positives Selbstbild)
  • Funktionsspiele setzen sich das ganze Leben fort
Beispiele für Funktionsspiele
Säugling (0-7 Monate) Kleinkind (1-3 Jahre) Kind (3-14 Jahre)
Kugelkette Nachziehspielzeug Fahrrad
Beißring Reittier Rollschuhe
Rassel Dreirad Schaukel
Quietschtiere Kreisel Wippe



Das Konstruktionsspiel
Das Konstruktionsspiel baut auf das Funktionsspiel auf. Hat das Kind die Funktion des Spielmaterials erkannt und erprobt, so ist es in der Lage zielgerichtet etwas zu konstruieren. Hier werden kognitive (z.B. Entwurf eines bestimmten Turmes) und feinmotorische Fähigkeiten (z.B. Aufeinanderstapeln von Holzbausteinen) geschult. Das Spiel ist somit zweckgebunden, da ein bestimmtes Ziel erreicht werden soll.

Handlungen werden aus Vorstellungen bezogen und dann in die Realität umgesetzt. Das Erreichen des erdachten Bauziels erfüllt das Kind mit Freude und es entwickelt ein Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.

Kontruktionsspiele erfordern sowohl beim inneren Planen als auch bei der praktischen Umetzung ein hohes Maß; an Konzentrations- und Vorstellungsvermögen.

    Merkmale von Konstruktionsspielen:
  • Konstruktionsspiele sind zielgerichtet
  • Das Kind stellt aus dem gegebenen Spielmaterial etwas her
  • Kognitive und feinmotorische Fähigkeiten werden geschult
Beispiele für Konstruktionsspiele
Sandburgenbau / Sandkuchen backen
Aus anfangs einfachen Türmen entstehen mit zunehmend Alter komplexe Landschaften
Gestalten mit Knete
Bau von Höhlen und Hütten
Lego, Eisenbahn, Modellbau, usw.



Das Rollenspiel


Das Kind spielt beim Rollenspiel Situationen aus der reellen Erlebniswelt oder aus der Phantasiewelt nach. Hierbei werden meist Personen aus der näheren Umwelt des Kindes nachgespielt, z.B. ein Elternteil oder der/die ErzieherIn. Auf diese Weise kann das Kind auf spielerische Weise Konfliktsituationen, aufgestaute Aggression oder Angstsituationen nochmals "durchspielen" und so zu Lösungen dieser Probleme und einer besseren Verarbeitung gelangen. Auch die Möbel, Kleidung und Räume können in das Spiel einbezogen werden, das Sofa ist dann z.B. ein Schiff, der Tisch eine Insel usw. der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt.

Darüber hinaus kann das Kind seinen Erfahrungshorizont erweitern, weil es im Spiel Handlungen erproben kann. Indem das Kind fremde Rolen übernimmt, lernt es sich in andere hinein zu versetzen (Empathie) und überwindet so nach und nach seine egozentrische Perspektive.

Beim Rollenspiel wird die Sozialkompetenz sehr stark gefördert, denn das Kind muss Kontakte küpfen und sich in eine Gruppe integrieren, Ideen/Wünsche einbringen, Rücksicht nehmen, sich durchsetzen und an Absprachen halten. Durch Rollenspiele kann man die Interessen und Beürfnisse der Kinder erkennen und so gezielt darauf eingehen.

    Merkmale von Rollenspielen:
  • Das Kind schlüpft in eine andere Rolle, es ist z.B. ein Astronaut
  • Rollenspiele sind zeit- und ortsunabhängig
  • Sie können reell erlebte Situationen oder frei ausgedachte Geschichten beinhalten
  • Meistens sind sie mit Bewegung verknüpft, daher gut in Bewegungsstunden einzusetzen
  • Oft sind mehrere Kinder an einem Rollenspiel beteiligt
Beispiele für Rollenspiele
Mutter-Vater-Kind Räuber und Gendarm
Cowboy und Indianer Zirkusvorführung
Krippenspiel zu Weihnachten Geplante Theatervorstellung



Das Regelspiel


Voraussetzung für Regelspiele ist das Verstöädnis der Spielregeln und die Gruppenfähigkeit des Kindes. Somit muss das Kind hier über ein gewisses Maß sozialer und kognitiver Fähigkeiten verfügen. Im Gegensatz zum Rollenspiel ist der Handlungsspielraum durch die Spielregeln begrenzt. Die Regeln geben klar vor, was wann und in welcher Reihenfolge passiert.

Allerdings ist es auch denkbar, dass die Spielteilnehmer die Regeln des Spiels nach Absprache frei ändern, dies sollte vor Spielbeginn geschehen, da ein Umstellen der Regeln den Spielverlauf stören könnte. Hier lernen sie, sich mit anderen abzusprechen, gemeinsam neue Regeln zu strukturieren und sich für die Spieldauer an diese zu halten.

Typisch für Regelspiele ist, dass sie mindestens für zwei Spieler vorgesehen sind. Sehr viele Regelspiele haben ein bestimmtes Ziel und somit auch einen Sieger des Spiels. Dies kann im Falle eines Sieges zu Freude und im Falle des Verlierens zu Frustration führen.

Während einfache Regelspiele wie z.B. "Mensch ärger dich nicht" vom Würfelglück des Spielers abhängig sind, stehen bei anderen Regelspielen körperliche (Basketball) oder kognitive (Schach) Fähigkeiten im Vordergrund.

    Merkmale von Regelspielen:
  • Der Spielablauf ist durch Regeln vorgegeben
  • Regelspiele verfolgen ein bestimmtes Ziel
  • Es gibt Gewinner und Verlierer
Beispiele für Regelspiele
Gesellschaftsspiele Mensch ärger dich nicht Wettspiele
Verstecken Kartenspiele Wettlauf
Kreisspiele Memory Sackhüpfen